
Calis Beach, auf Türkisch Çalış Plajı, gehört zu den bekanntesten und lebendigsten Küstenbereichen von Fethiye an der türkischen Ägäis. Der rund 4 Kilometer lange Sand- und Kiesstrand liegt westlich des Stadtzentrums und verbindet Badeurlaub, Wassersport, Spaziergänge, Gastronomie und Natur auf besonders unkomplizierte Weise. Entlang des Strandes verläuft eine mehrere Kilometer lange Promenade mit Restaurants, Bars, Hotels und Geschäften. Besonders berühmt ist Çalış für seine Sonnenuntergänge, die hier mit Blick über das Meer zu einem festen Bestandteil des Urlaubserlebnisses geworden sind.
Çalış ist weit mehr als nur ein Strand. Der Ortsteil hat sich zu einem eigenständigen touristischen Zentrum von Fethiye entwickelt. Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Cafés, Bars und Geschäfte liegen größtenteils in Strandnähe. Auch verschiedene Wassersportangebote gehören zum touristischen Charakter des Gebietes. Besonders Windsurfen und Segeln profitieren von den örtlichen Windverhältnissen.
Ein besonderer Vorteil für Urlauber ist die Nähe zum Zentrum von Fethiye. Çalış liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Außerdem bestehen Verbindungen mit Booten beziehungsweise Wassertaxis zwischen dem Bereich von Çalış und Fethiye. Damit kann man das Auto für einen Ausflug in die Stadt durchaus einmal stehen lassen und schon die Fahrt über das Wasser als kleines Urlaubserlebnis betrachten.
Ich mag an Çalış besonders diese Mischung aus Strand, Meer und dem Leben an der Promenade. Man kann hier einfach loslaufen, irgendwo einen Kaffee trinken und dabei immer wieder den Blick aufs Wasser genießen. Besonders am Abend hat der Strand für mich eine ganz eigene Atmosphäre.
Eine Besonderheit von Çalış sind die Meeresschildkröten Caretta Caretta. Der Strand und die angrenzenden Küstenbereiche gehören zu den wichtigen Lebens- und Fortpflanzungsgebieten dieser geschützten Tiere. In der Fortpflanzungszeit können Meeresschildkröten an geeigneten Strandabschnitten ihre Eier ablegen. Deshalb ist es wichtig, markierte Nester nicht zu betreten oder zu beschädigen und die Schutzvorgaben vor Ort zu beachten.
Gerade dieser Gegensatz macht Çalış interessant: Auf der einen Seite befindet sich ein stark touristisch genutzter Ferienort mit Hotels, Restaurants und Wassersport, auf der anderen Seite besitzt derselbe Küstenraum eine wichtige ökologische Funktion. Wer hier Urlaub macht, erlebt also nicht nur einen Badeort, sondern auch einen Lebensraum, der besondere Rücksicht verdient.
Wer von Çalış nach Fethiye fährt, bewegt sich gleichzeitig durch eine Landschaft mit mehreren Jahrtausenden Geschichte. Das heutige Fethiye entstand über der antiken Stadt Telmessos, einer bedeutenden Stadt der Lykier. Die Lykier werden häufig mit dem Begriff `Land des Lichts` in Verbindung gebracht. Telmessos war für seine Orakeltradition bekannt und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der Region.
Im Laufe seiner Geschichte geriet Telmessos beziehungsweise das spätere Fethiye unter verschiedene Herrschaften. Die Stadt kam unter anderem unter persische, hellenistische, römische und byzantinische Herrschaft. Im Mittelalter folgte die Herrschaft der Menteşe Beylik und später der Osmanen. Aus dem Namen Makri beziehungsweise Meğri entwickelte sich schließlich der heutige Name Fethiye.
Der heutige Name erinnert an Fethi Bey, einen frühen türkischen Militärpiloten, der 1914 bei einem Flug ums Leben kam. 1934 wurde der Name Meğri offiziell in Fethiye geändert. Damit trägt die Stadt heute den Namen eines Mannes, dessen Geschichte eng mit der frühen türkischen Luftfahrt verbunden ist.
Eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung ist das berühmte Felsgrab des Amyntas. Das im 4. Jahrhundert vor Christus entstandene Grab wurde direkt in den Felsen oberhalb der Stadt geschlagen und besitzt die Form einer monumentalen Tempelfassade. Zusammen mit weiteren lykischen Felsgräbern erinnert es daran, dass Fethiye nicht nur ein moderner Badeort, sondern auch ein bedeutender Ort der antiken lykischen Kultur ist.
Auch das antike Theater von Telmessos wurde innerhalb des heutigen Stadtgebietes entdeckt. Ein Teil der antiken Stadt liegt heute allerdings unter der modernen Bebauung. Gerade dadurch entsteht in Fethiye eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit: Wer durch die moderne Stadt fährt oder am Hafen entlangspaziert, bewegt sich teilweise buchstäblich über den Überresten einer antiken Stadt.
Von Çalış aus bietet sich Fethiye als Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge an. Das Stadtzentrum mit seinem Hafen, den Felsgräbern und dem antiken Telmessos ist schnell erreichbar. Ebenfalls interessant ist die nahe gelegene Insel beziehungsweise Halbinsel Şövalye Adası im Golf von Fethiye, die vom Stadtgebiet aus gut sichtbar ist.
Zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region gehören außerdem Ölüdeniz mit dem berühmten Kumburnu und dem Belcekiz-Strand, die antike Stadt Tlos, das traditionelle Geisterdorf Kayaköy, die Saklikent-Schlucht und die beeindruckende Landschaft rund um das Taurusgebirge. Auch Bootsausflüge in die Buchten und Inselwelt des Fethiye-Golfs gehören zu den klassischen Urlaubserlebnissen der Region.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann von Fethiye aus außerdem Teile des Lykischen Weges erkunden. Der Fernwanderweg führt durch einige der landschaftlich und archäologisch interessantesten Gebiete der türkischen Mittelmeerküste. Damit eignet sich Çalış nicht nur für klassische Strandurlauber, sondern auch als Ausgangspunkt für Wanderer, Naturliebhaber und kulturinteressierte Reisende.
Der Frühling gehört zu den angenehmsten Jahreszeiten für Besucher, die Hitze vermeiden möchten. Im April und Mai erwacht die Region sichtbar zum Leben. Die Temperaturen eignen sich häufig hervorragend für Spaziergänge, Radtouren und Ausflüge zu den antiken Stätten. Auch Wanderungen in der Umgebung von Fethiye sind zu dieser Jahreszeit besonders reizvoll.
Der Strand ist im Frühjahr meist deutlich ruhiger als während der Hochsaison. Gleichzeitig öffnen immer mehr Restaurants und touristische Einrichtungen. Wer Çalış vor allem wegen der Landschaft und der entspannten Atmosphäre besucht, findet in dieser Jahreszeit oft besonders angenehme Bedingungen.
Im Sommer wird Çalış zum klassischen Bade- und Ferienort. Die Tage sind lang, sonnig und heiß. Der Strand füllt sich mit Urlaubern, während die Promenade bis in die Abendstunden belebt bleibt. Der häufig auftretende Wind kann an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung bringen und macht die Gegend gleichzeitig für bestimmte Wassersportarten interessant.
Ein Höhepunkt des Tages ist für viele Besucher der Sonnenuntergang. Çalış gilt innerhalb Fethiyes als einer der bekanntesten Plätze, um die Sonne über dem Meer untergehen zu sehen. Während der Himmel langsam seine Farbe verändert, wird aus dem normalen Strandspaziergang schnell ein kleines tägliches Ritual.
Im Sommer würde ich mir hier immer etwas Zeit für den späten Nachmittag nehmen. Wenn die größte Hitze langsam nachlässt und der Wind vom Meer kommt, verändert sich die Stimmung am Strand. Für mich ist genau das der Moment, an dem man merkt, dass Urlaub nicht immer ein großes Ausflugsprogramm braucht.
Auch außerhalb der klassischen Badesaison hat Çalış seinen Reiz. Der September und Oktober sind häufig noch angenehm warm und eignen sich hervorragend für Strandspaziergänge, Ausflüge und Wanderungen. Das Meer kann zu dieser Zeit noch sommerliche Temperaturen besitzen, während die extreme Hitze des Hochsommers langsam nachlässt.
Im Spätherbst und Winter wird es deutlich ruhiger. Fethiye besitzt jedoch ein vergleichsweise mildes Mittelmeerklima. Die Wintermonate sind wesentlich niederschlagsreicher als der Sommer, während die Sommermonate ausgesprochen trocken sind. Für Reisende, die im Winter Sonne, Landschaft und Kultur statt klassischen Badeurlaub suchen, kann die Region deshalb weiterhin interessant sein.
Fethiye besitzt ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, deutlich feuchteren Wintern. Langjährige Klimadaten zeigen durchschnittliche Höchsttemperaturen von ungefähr 22 Grad im April, 27 Grad im Mai, 32 Grad im Juni und rund 35 Grad im Juli und August. Im September liegen die durchschnittlichen Höchstwerte noch bei ungefähr 32 Grad, bevor es im Oktober mit etwa 27 Grad wieder angenehmer wird.
Besonders auffällig ist die Trockenheit des Sommers. Juli und August gehören zu den niederschlagsärmsten Monaten des Jahres. Dagegen fällt ein großer Teil des Jahresniederschlags zwischen November und Februar. Für einen Strandurlaub sind daher insbesondere die Monate von Mai bis Oktober interessant, während Frühling und Herbst zusätzlich gute Bedingungen für Besichtigungen und Wanderungen bieten.
Die aktuellen meteorologischen Messungen des türkischen Wetterdienstes zeigen ebenfalls deutlich, wie stark sich das Wetter in Fethiye saisonal unterscheidet. Für die Reiseplanung sollte deshalb immer die aktuelle Wettervorhersage berücksichtigt werden, denn einzelne Jahre können erheblich von langjährigen Mittelwerten abweichen.
Çalış ist einer dieser Orte, an denen der Sonnenuntergang fast zu einer eigenen Sehenswürdigkeit geworden ist. Während an vielen Urlaubsorten der Sonnenuntergang nur ein kurzer Programmpunkt ist, gehört er in Çalış geradezu zum Alltag. Ein Spaziergang entlang der Promenade, ein Getränk in einem Café und der Blick auf das langsam dunkler werdende Meer sind für viele Besucher Teil des typischen Çalış-Erlebnisses.
Eine passende türkische Redewendung lautet `Keyfini çıkar`, sinngemäß also `Genieße es` oder `Lass es dir gutgehen`. Viel mehr braucht man über die Stimmung eines warmen Abends in Çalış eigentlich nicht zu sagen.
Was mir an Çalış besonders gefällt, ist die Mischung aus normalem Urlaubsleben und dieser unglaublichen Nähe zum Meer. Man muss hier nicht ständig etwas unternehmen. Ein Spaziergang am Wasser, ein Blick auf die Berge und später der Sonnenuntergang reichen manchmal völlig aus. Genau diese entspannte Seite von Fethiye bleibt mir besonders im Gedächtnis.
Çalış hat sich von einem einfachen Küstenbereich zu einem wichtigen touristischen Bestandteil Fethiyes entwickelt. Gleichzeitig sind Strand, Meer, Wind, Sonnenuntergänge und die geschützte Natur geblieben. Genau diese Mischung macht den Ort für unterschiedliche Besucher interessant. Familien finden einen klassischen Ferienstrand, Wassersportler nutzen die örtlichen Bedingungen, Naturliebhaber interessieren sich für die Meeresschildkröten und Ausflügler erreichen von hier aus zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Region.
Wer die Webcam von Fethiye - Calis Beach beobachtet, bekommt deshalb nicht nur einen aktuellen Blick auf einen türkischen Strand. Das Kamerabild zeigt einen kleinen Ausschnitt einer Region, in der mediterranes Urlaubsleben, lykische Geschichte, Natur und das moderne Fethiye unmittelbar aufeinandertreffen.
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