
Der Spandauer See ist keine klassische Seenlandschaft, sondern ein seenartiger Abschnitt der Havel, die sich nördlich der historischen Altstadt von Spandau ausbreitet und sich über mehrere Quadratkilometer Grün- und Wasserflächen erstreckt. Er liegt im Bezirk Spandau im Westen Berlins und wird durch die Havelstruktur geprägt, in der sich Flussarme und offene Wasserflächen wie in einem See miteinander verbinden – ein Ergebnis der natürlichen Flusslandschaft und der Flussverzweigungen der Oberhavel.
Geografisch hat der Spandauer See seine Bedeutung aus dem Zusammenfluss der Havel mit der Spree, die hier aus dem Osten kommend in den breiteren Havellauf mündet. Die Lage an dieser Wasserkreuzung hat die Entwicklung Spandaus seit dem Mittelalter stark beeinflusst und die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt gemacht.
Klimatisch zählt dieser Bereich zu den gemäßigten Breiten: Die Region Berlin-Spandau hat ein gemäßigtes Klima mit relativ gleichmäßigen Niederschlägen über das Jahr sowie warmen Sommern und kalten Wintern – typisch für das zentraleuropäische Binnenland. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei etwa 10 °C mit Niederschlägen auch in den trockensten Monaten.
Mitten im Spandauer See befindet sich die Insel Eiswerder, ein einmaliger Ort Spandaus mit bewegter Geschichte. Sie ist circa 140.000 m² groß und halb bewaldet, was ihr heute eine ruhige, naturnahe Atmosphäre verleiht.
Die Insel war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Rüstungsstandort Preußens: Hier siedelten sich das Königliche Feuerwerks- und Brandraketenlaboratorium sowie Betriebe zur Herstellung von Pulver, Patronen, Geschützen und Munition an. Ein ausgeklügeltes Netz von Bahn- und Werkbahnen verband die Anlagen, die wegen Explosionsgefahr spezielle feuerlose Lokomotiven nutzten.
Die Eiswerderbrücke – heute bestehend aus der Kleinen und Großen Eiswerderbrücke – verbindet die Insel mit dem Berliner Festland. Die Kleine führt zum Ostufer, die Große zum Westufer und macht die Insel für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gut erreichbar.
Über die Jahrzehnte wandelte sich Eiswerder: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte der West-Berliner Senat die stillgelegten Hallen als Vorratslager („Senatsreserve“). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Teile der Insel Produktionsort für zahlreiche Filme des CCC-Studios von Artur Brauner – darunter auch Serienklassiker wie die Edgar Wallace-Filme.
Heute ist Eiswerder ein lebendiges Quartier mit Ateliers, Gastronomie, Wasseraktivitäten wie Bootsverleih und Spazierwegen rund um die Insel. Die Lage zwischen Wasser und Stadt macht sie zu einem beliebten Ausflugsziel für Berliner und Touristen gleichermaßen.
Rund um den Spandauer See und Eiswerder gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten:
Im Sommer lädt die Wasserwelt zu entspannten Spaziergängen, Picknicks und Bootsfahrten ein. Die goldenen Herbstfarben spiegeln sich eindrucksvoll im Wasser, und im Winter bietet die Kombination aus historischen Bauwerken und ruhiger See-Kulisse ein ganz eigenes winterliches Flair.
Einheimische sagen manchmal augenzwinkernd „Hier ist der See fast so breit wie unser Durst nach einer kühlen Limo im Sommer!“ – ein kleines märkisches Augenzwinkern, das die tiefe Verbundenheit der Berliner zur Havel-Landschaft widerspiegelt.
Der Spandauer See und die Eiswerderbrücke stehen für ein Stück lebendige Berliner Geschichte, eingebettet in eine erstaunlich naturnahe Wasserlandschaft. Für Webcam-Besucher ist dieser Standort ideal: Er vereint Wasser, Geschichte, Natur und Stadtleben an einem Punkt und bietet zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Eindrücke.