

Das Nordkap (norwegisch: Nordkapp) ist ein markanter Steilklippen-Felsen auf der Insel Magerøya im äußersten Norden Norwegens und gilt als eines der bekanntesten Ziele für Reisende, die nach dem „Ende Europas“ suchen. Die markante, flache Plateaufläche ragt rund 307 Meter über die Barentssee empor und beherbergt das bekannte Besucherzentrum („Nordkapphallen“), das Café, Museum und Panoramakino vereint — ein Ort, an dem sich Naturerlebnis und touristische Infrastruktur verbinden.
Das Nordkap liegt nahe dem Breitengrad 71°10′N und ist über die Europastraße E69 erreichbar — die nördlichste öffentliche Straße Europas führt direkt bis zum Besucherplateau. Die Verbindung zur Insel Magerøya wird seit 1999 durch den Nordkapptunnel (North Cape Tunnel) gewährleistet, einen 6,875 km langen Unterwasser-Straßentunnel, der das Festland mit Magerøya verbindet und ganzjährig Passierbarkeit ermöglicht. Diese Infrastruktur hat das Nordkap vom schwer erreichbaren Aussichtspunkt zur gut besuchten Touristenattraktion gemacht.
Viel Werbung spricht vom Nordkap als dem nördlichsten Punkt Europas — technisch genauer ist jedoch: Das benachbarte Kap Knivskjellodden ragt etwa 1,45 km weiter nach Norden und ist damit der nördlichste Punkt der Insel Magerøya (und damit Europas kontinentales Äquivalent). Der Unterschied ändert nichts an der Symbolkraft des Nordkaps, wohl aber an der geografischen Genauigkeit: Besucher, die wirklich „aufs äußerste Ende“ wandern möchten, können die anspruchsvolle Wanderung nach Knivskjellodden unternehmen.
Die rauen Klippen des Nordkaps sind das Ergebnis urzeitlicher geologischer Prozesse — Millionen Jahre von Hebung und Verwitterung formten das harte Gestein, das heute senkrecht ins Meer abfällt. Moderne touristische Erschließung begann im 20. Jahrhundert; mit dem Ausbau von Straßen, dem Bau von Nordkapphallen und schließlich dem Tunnelbau wurde der Ort sukzessive zu dem Publikumsmagneten, der er heute ist. Das Besucherzentrum selbst wurde in Etappen ausgebaut, um dem wachsenden Besucherstrom gerecht zu werden.
Das Nordkap ist ein Ganzjahresziel mit sehr unterschiedlichen Gesichtern je nach Saison. In den langen Sommernächten erleben Gäste das Schauspiel der Mitternachtssonne — die Sonne verschwindet nicht unter den Horizont und taucht Landschaft und Meer in ein zauberhaftes, ewiges Dämmerlicht. Im Winter ist das Gebiet hingegen ein kraftvoller Spielort für Polarlichter und arktische Stimmungen: schroffe Felsen, Schneedecken und manchmal raues Wetter schaffen eine dramatische Kulisse.
Zu den Highlights zählen das Nordkap-Globusdenkmal auf dem Plateau, das Panoramakino des Nordkapphallen, lokale Museen in Honningsvåg, jene Ausflüge zur Vogelbeobachtung an den Steilküsten sowie Wanderungen (z. B. nach Knivskjellodden). Hurtigruten- und Kreuzfahrtschiffe legen regelmäßig in Honningsvåg an, der kleinen Hafenstadt, die als „Tor zum Nordkap“ gilt und Versorgung, Unterkunft sowie kulturelle Angebote bietet. Aktivitäten reichen von kurzen Spaziergängen am Plateau über Tagesausflüge mit Bus oder Fahrrad bis zu mehrtägigen Wanderungen und fotografischen Expeditionen.
Das Klima am Nordkap ist subarktisch bis arktisch geprägt: Sommer sind kühl und windig, Winter kalt mit häufigem Schneefall. Typisch sind rasche Wetterwechsel — Sonne, Nebel, Wind und Regen können sich innerhalb weniger Stunden abwechseln. Polarlichtsaison und Mitternachtssonne folgen den astronomischen Gegebenheiten: rund vom späten Mai bis Ende Juli ist die Mitternachtssonne zu beobachten, die Polar- bzw. Polarnacht mit durchgehender Dunkelheit herrscht im Kernbereich des Winters. Besucher sollten sich wetterfest kleiden und flexible Pläne einrechnen; das Nordkap kann auch im Sommer kühl sein.
Viele Reisende erinnern sich an das spezielle Gefühl, „am Ende Europas“ zu stehen — das Geräusch des rauen Meeres, das peitschende Licht und die weite Einsamkeit. Eine beliebte Anekdote unter Radfahrern und Roadtrip-Fans ist die Herausforderung, die letzten Kilometer der E69 bei starkem Wind zu bewältigen: wer hier mit dem Fahrrad ankommt, wird oft mit anerkennendem Kopfnicken belohnt. Lokale Händler drucken weiterhin kleine Souvenire-Postkarten mit der Aufschrift „I made it to the North Cape“ — ein moderner Ritualakt für viele Besucher. Traditionelle nordnorwegische Redewendungen sind eher zurückhaltend, doch hört man in der Region bisweilen lakonische Fischerweisheiten wie „Det er vel så langt nord som man kan komme“ (frei: „Man kann kaum noch weiter nördlich kommen“), die den trockenen Humor der Einheimischen widerspiegeln.
Das Nordkap ist mehr als nur ein Fotomotiv: Es ist ein Zusammenspiel aus Geologie, Geschichte, moderner Erschließung und intakter arktischer Natur. Ob als Tagesausflug ab Honningsvåg, als Ziel einer Nordnorwegen-Rundreise oder als Motiv für eine Webcam — das Nordkap bleibt eine eindrückliche Station für Reisende, die die Extreme des Nordens erleben wollen.
Am Baccaro Point an der Südküste von Nova Scotia (Kanada) steht der historische Baccaro Point Lighthouse, ein Wahrzeichen, das Besucher aus aller Welt anzieht. Der Leuchtturm markiert den südlichsten Punkt des Festlands von Nova Scotia und bietet einen weiten Blick über den offenen Atlantik. Der Name „Baccaro“ gilt als der älteste überlieferte Ortsname der Provinz und leitet sich vermutlich vom baskischen Wort baccolaos (Kabeljau) ab – ein Hinweis auf die frühe europäische Fischerei in dieser Region.
Der ursprüngliche Leuchtturm von Baccaro Point wurde im Jahr 1851 errichtet, um die gefährliche Küste und die Einfahrt zur Barrington Bay zu sichern. Baumaterialien mussten damals mangels Straßen entlang der Küste transportiert werden. Nach einem Brand im Jahr 1934 wurde der heutige Leuchtturm noch im selben Jahr neu aufgebaut. Der weiß gestrichene, quadratische Holzturm mit roter Laterne ist etwa 13,7 Meter hoch. Sein Licht befindet sich rund 15,8 Meter über dem Meeresspiegel und zeigt einen weißen Blitz alle zehn Sekunden. Bis heute dient der Leuchtturm der sicheren Navigation und wird von der Canadian Coast Guard betrieben.
Baccaro Point liegt auf einer felsigen Landzunge am südlichen Rand von Nova Scotia und ragt weit in den Atlantischen Ozean hinein. Die Küstenlandschaft ist geprägt von dunklen Felsen, kräftiger Brandung und offenem Meer. Durch die exponierte Lage sind Wetter und Lichtstimmungen besonders eindrucksvoll. Die Umgebung ist weitgehend naturbelassen und bietet Lebensraum für zahlreiche Seevögel, die hier auf Nahrungssuche gehen oder rasten.
Das Klima ist typisch maritim. Die Sommer sind eher kühl bis mild, während die Winter feucht, windig und kühl ausfallen können. Nebel ist vor allem im Frühling und Frühsommer keine Seltenheit, wenn kalte Meeresluft auf wärmere Luftschichten trifft. Stürme aus dem Atlantik sorgen besonders im Herbst und Winter für beeindruckende Wellen und dramatische Wetterlagen, die den Charakter dieses Küstenabschnitts prägen.
Der Baccaro Point Lighthouse ist ein beliebtes Ziel für Reisende entlang der bekannten Lighthouse Route im Südwesten von Nova Scotia. Besucher kommen vor allem wegen der spektakulären Aussicht, der Ruhe und der Nähe zur Natur. Spaziergänge entlang der Küste, Naturfotografie und Vogelbeobachtung zählen zu den häufigsten Aktivitäten. Der Ort eignet sich ideal, um das Meer in all seinen Facetten zu erleben – von ruhigen Sommertagen bis zu tosenden Winterstürmen.
In der näheren Umgebung liegt die kleine Gemeinde East Baccaro, die stark von der Fischerei geprägt ist. Entlang der Südküste finden sich weitere historische Leuchttürme, kleine Häfen und traditionelle Küstendörfer. Die Region Barrington ist zudem bekannt für ihre maritime Geschichte, Hummerfischerei und authentische Küstenlandschaften, die besonders im Herbst mit intensiven Farben beeindrucken.
Erzählungen aus der Region berichten von den entbehrungsreichen Lebensbedingungen früherer Leuchtturmwärter, die oft wochenlang Wind, Kälte und Nebel ausgesetzt waren. Das Heulen des Windes und das Donnern der Wellen galten vielen Seeleuten als Warnsignal lange bevor moderne Navigationstechnik existierte. Auch heute noch strahlt der Ort eine besondere Ruhe und Ursprünglichkeit aus, die Besucher nachhaltig beeindruckt.
Der Leuchtturm selbst ist in der Regel nicht von innen zugänglich, das Gelände rund um den Turm kann jedoch frei betreten werden. Parkmöglichkeiten befinden sich am Ende der Lighthouse Road. Da es vor Ort keine touristische Infrastruktur gibt, sollten Besucher wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk mitbringen. Besonders bei starkem Wind ist Vorsicht an den Klippen geboten.
Der Baccaro Point Lighthouse verbindet Geschichte, Natur und maritimes Erbe auf eindrucksvolle Weise. Als südlichster Punkt von Nova Scotia ist er ein besonderer Ort für alle, die die raue Schönheit der kanadischen Atlantikküste erleben möchten. Ob bei Sonnenschein, Nebel oder Sturm – Baccaro Point bleibt ein unvergesslicher Bestandteil jeder Reise entlang der Küste.
Vielen Dank für die schönen Eindrücke aus den Schweizer Bergen. Da freut man sich schon wieder auf den nächsten Urlaub.